top of page
Atmen ist Leben
Atmen ist mehr als nur Luft holen.

Hier kannst du dir Atem-Wissen holen, auf dem die Buteyko-Methode basiert.

Du bist, wie du atmest

Der Atem ist ein oft unterschätzter Schlüssel für unsere Gesundheit. Während wir auf Ernährung, Bewegung und Schlaf aktiv achten, entgeht uns meist, dass unsere Atmung jeden Vorgang im Organismus beeinflusst.

Was auch immer in unserem Leben passiert – Verhalten, Gedanken, Gefühle und körperliches Befinden – wir reagieren darauf mit unserem Atem. Doch das gilt auch umgekehrt: mit einem bewusst gesteuerten Atemmuster können wir gezielt Körper, Psyche und Nervensystem positiv beeinflussen. Wir haben es also selbst in der Hand, mit unserer Atmung die Grundlage für Heilung, Wohlbefinden und mehr Lebensqualität zu schaffen.

4_Aha_Baum.jpg
Chronische Überatmung
Das Problem: Die Chronische Überatmung

 

Eine gesunde Atmung ist sanft, leise, ruhig und entspannt. Sie erfolgt durch die Nase und nutzt das Zwerchfell.

Stress, Überforderung, Traumata oder Krankheiten beeinflussen unsere Atemweise: wir atmen schneller, durch den Mund und flacher in die Brust.

Dies geschieht meist unbemerkt. Diese verstärkte Atmung ist als Ausnahmezustand in Stresssituationen gedacht; problematisch wird es, wenn sich dieses ungünstige Atemmuster verfestigt, zur Gewohnheit wird.

Aufgrund unseres modernen Lebensstils verändert sich oft schleichend unser Atemmuster: unser Organismus gewöhnt sich nach und nach daran, stets etwas mehr Luft zu atmen, als er eigentlich gerade benötigt. Haben wir uns dieses schädliche Atemmuster dauerhaft angeeignet, so ist von einer „chronischen Überatmung“ die Rede, wie Dr. Buteyko den Zustand dauerhaft verstärkter Atmung genannt hat.

Weniger ist mehr: Der Sauerstoff-Irrglaube

 

Ein weit verbreiteter Irrglaube und einer der hartnäckigsten Mythen unserer Zeit: Wir sollen viel ("tiiief") einatmen, unsere Lungen von unten bis oben mit Luft füllen – nur so versorgen wir unseren Körper optimal mit Sauerstoff und Energie. Es klingt paradox, aber das Gegenteil ist der Fall, denn große Atemzüge bedeuten nicht mehr Sauerstoff für den Körper. 

Damit der Sauerstoff aus dem Blut in unsere Zellen gelangen kann, benötigen wir Kohlendioxid (CO₂). Zudem spielt Kohlendioxid eine entscheidende Rolle bei der Entspannung und Erweiterung der Blutgefäße, was wiederum eine optimale Durchblutung des gesamten Körpers bewirkt; dies betrifft natürlich auch die Durchblutung des Gehirns: Wenn dieses nicht optimal mit Blut und in Folge mit Sauerstoff versorgt wird, können wir uns „benebelt“ fühlen, es fällt uns schwer, fokussiert zu arbeiten.

White Sand and Stone_edited_edited.jpg
4_Aha.JPG
Das „Heilmolekül“ Kohlendioxid

 

Der Bohr-Effekt: 
Je höher der CO₂-Gehalt im Blut, desto leichter wird Sauerstoff an die Zellen abgegeben.

Der Bohr-Effekt beschreibt also, dass Sauerstoff nur dann effizient an die Zellen abgegeben wird,

wenn ausreichend Kohlendioxid (CO₂) im Blut vorhanden ist.

Kleine Geschichte einer Reise

Beim Einatmen gelangt Sauerstoff in unsere Lungen. Dort steigen je vier Sauerstoffmoleküle in ein „Taxi“ – ein rotes Blutkörperchen. Dieses bringt sie durch die Blutbahnen zu ihrem Ziel: den Zellen unserer Muskeln, Organe und des Gehirns. Am Ziel angekommen, öffnet ein Türöffner namens Kohlendioxid die Taxitür, damit die Sauerstoffmoleküle aussteigen können. Ist kein Türöffner da, muss das Taxi mitsamt seinen Passagieren weiterfahren.

Kohlendioxid wirkt also wie ein lebenswichtiger Schlüssel, der den Sauerstoff für unseren Körper erst nutzbar macht. Ohne CO₂ „klebt“ der Sauerstoff am Blut fest und kann seine Ziele nicht erreichen.

Atmen wir zu viel, zu schnell oder durch den Mund, nehmen wir zwar viel Sauerstoff auf, verlieren dabei aber auch zu viel CO₂ wieder beim Ausatmen, d. h. beim Überatmen wird also ein Großteil des eingeatmeten Sauerstoffs ungenutzt wieder ausgeatmet.

Das Paradoxe: Unsere Zellen „verhungern“ trotz Lungen voller Sauerstoff. Erst durch sanftes Atmen durch die Nase verbleibt genug CO₂ im Körper, sodass der Sauerstoff dorthin gelangt, wo er wirklich gebraucht wird.

Der Teufelskreis & die Lösung

 

Wenn wir ständig zu viel atmen, sorgen wir also dafür, dass trotz großer Atemzüge in den Zellen Sauerstoffmangel herrscht.
Diese Sauerstoff-Unterversorgung verursacht Stress, Verspannung und Energiemangel und irgendwann Krankheit. Unser Körper reagiert darauf, indem er uns dazu verleitet, noch hektischer zu atmen – ein Teufelskreis, der uns Kraft raubt, anstatt uns welche zu geben. Die Atmung wird zur Belastu
ng statt zur Energiequelle.

Dr. Buteyko erkannte durch seine Forschungen, dass viele gesundheitliche Probleme mit einem dysfunktionalen Atemmuster zusammenhängen. So entwickelte er eine Methode, die darauf abzielt, den Teufelskreis aus chronischer Überatmung und Krankheit zu durchbrechen und das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen.

bottom of page